Freitag, 17. Oktober 2008
OBAMA!
Domitila steht in der Mittagspause an der Essenausgabe der Cafeteria. Sie verteilt Sandwiches, Chipstueten, aber auch Getraenke. Ich hole mir von ihr ein Wasser. Seit wir hier sind, verteilt sie mehr davon. Die amerikanischen Schueler stehen eher auf suesse Getraenke.
Domitila ist Mexikanerin und lebt seit 20 Jahren hier in den USA, hat drei Kinder, eins geht hier auf die High School. Sie hofft, dass Obama gewinnt, denn McCain mag die Mexikaner nicht. Ihn haelt sie fuer einen Rassisten.
Die Lehrer fragt man lieber nicht nach ihrer Praeferenz. Sie sind angehalten, keine Propaganda zu machen. Also wird kaum ueber die Wahlen geredet. Mathelehrerin Susan hatte sich letzten Monat extra einen Tag frei genommen, um Obama in Grand Junction zu sehen. Als sie danach ihren Kollegen davon berichtete, wurde sie von manchen schief angeschaut. Man ist hier in Western Colorado nicht so liberal wie in Denver. Dort hat er im August seine grosse Parteitagsrede gehalten, der Obama.
Und jetzt wird er sehr wahrscheinlich gewinnen. Fuer Amerika wird eine neue Zeitrechnung beginnen. Im Geografieunterricht hat sie schon angefangen: Als der Lehrer ueber die Ausmasse Russlands spricht und nach der Europa-Asien-Karte gleich die Karte Nordamerikas aufblendet, staunt eine Schuelerin vorn ganz laut:
"Wow! Wir sind auf einmal so klein!"

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